Viele unserer alltäglichen Verhaltensweisen verlaufen routiniert und ohne unser besonderes Zutun ab. Dieses automatisierte Verhalten entlastet unser Gehirn – denn wir benötigen dafür kaum Anstrengungen. Auch schädigende oder unangenehme Verhaltensweisen laufen bei manchen Menschen wie automatisiert ab. Ohne bewusste Einflussnahme können Tics entstehen (blinzeln, räuspern, klatschen, winken, an den Haare zupfen) oder das Aussprechen von Dingen, die wir eigentlich lieber für uns behalten hätten. In solchen Fällen leiden wir unter wie automatisiert ablaufenden Abweichungen unseres Verhaltens.

Andere Beispiele sind jähzorniges Verhalten; schnelles Aufgeben; Schusseligkeit; Mühe, Aufgaben zu planen und zu Ende zu bringen; Unbeständigkeit von beruflichen und sozialen Bindungen. Auch kann es sein, dass wir immer wieder gegen Regeln und Normen verstoßen und unter den Konsequenzen unseres Verhaltens leiden. Manchmal passiert es auch, dass wir unsere positiven Gefühle aus selbstschädigenden oder riskanten Aktivitäten ziehen (Drogen, ungesundes Essverhalten, Glücksspiel, Fremdgehen, Risikoverhalten) und wir es trotz des Wissens, dass es uns schadet, nicht unterlassen können.

Therapiemöglichkeiten:

Am Anfang jeder Veränderung steht in der Verhaltenstherapie immer die Analyse der derzeitigen Problematik. Anschließend setzen unterschiedliche Strategien der kognitiven Verhaltenstherapie an, um das Verhalten langfristig zu verändern. Eine Analyse kurz- und langfristiger Konsequenzen des Verhaltens und Methoden der Selbstkontrolle und des Selbstmanagements helfen, sich an langfristig hilfreichem Verhalten zu orientieren und auf kurzfristig reizvolles Verhalten zu verzichten. Über Methoden der Kontingenzkontrolle soll die Attraktivität des gewünschten Verhaltens zusätzlich erhöht werden. Folgende Verfahren kommen zur Anwendung: Selbstinstruktionstraining nach Meichenbaum, Problemlösetraining nach D`Zurilla&Goldfried und Selbstmanagementansatz nach Kanfer.

Im Umgang mit Tics und anderen nervösen Verhaltensgewohnheiten wird das Habit-Reversal Training angewandt, ein Verfahren, dass die systematische Unterbrechung von Tics zugunsten eines alternativen Verhaltens beinhaltet. Hierbei soll der Verhaltensimpuls in die Ausführung eines alternativen Verhaltens umgewandelt werden.