Konfrontationsverfahren gehören zu den klassischen Verfahren der Verhaltenstherapie. Die Konfrontationsverfahren bestehen im Prinzip darin, dass Betroffene unter therapeutischer Hilfe und nach ausführlicher Diagnostik sowie psychologischer Vorbereitung genau die Situation lang andauernd und wiederholt aufsuchen, in denen Ängste auftreten. Die Konfrontation kann in der Vorstellung des Betroffenen (in sensu) oder in der Realität (in vivo) und der Betroffene direkt im vollen Ausmaß mit dem angstauslösenden Reiz ausgesetzt werden oder schrittweise an die angstauslösende Situation herangeführt werden. Die Systematische Desensibilisierung, die von Joseph D. Wolpe entwickelt wurde, ist ein Konfrontationsverfahren, in dem die Konfrontation mit einem angstauslösenden Reiz schrittweise und in der Vorstellung des Betroffenen erfolgt. Die systematische Desensibilisierung geht davon aus, dass Angst und körperliche Entspannung nicht gleichzeitig bestehen können, deshalb werden dem Betroffenen vor der Konfrontation Entspannungsmethoden vermittelt. Neben dem Erlernen eines Entspannungsverfahrens unterstützt der Therapeut den Betroffenen beim Erstellen einer Angsthierarchie. Unter Entspannung soll der Betroffene schrittweise sich das Objekt vorstellen, dass in ihm die geringste Angst auslöst.