Die Ego-State-Therapie wurde in den 1980er Jahren entwickelt und wird zur Behandlung von trauma-assoziierten Störungen eingesetzt. Sie basiert auf der konzeptuellen Vorstellung, dass sich die Persönlichkeit eines jeden Menschen aus verschiedenen Anteilen zusammensetzt. Bei einer gesunden Psyche arbeiten diese sogenannten Ich-Anteile bewusst und konstruktiv zusammen. Das Erleben eines traumatischen Ereignisses kann jedoch zu einer Abspaltung von inneren Zuständen führen. Dies hat zur Folge, dass gewisse Anteile das menschliche Erleben und Verhalten unbewusst und unkontrolliert beeinflussen. Somit agieren sie unabhängig vom Kern-Ich und entwickeln eigene, teils widersprüchliche und in Konflikt stehende Handlungsstrategien. Die Therapieform verfolgt im Zusammenhang damit das Ziel, die inneren Anteile durch Wertschätzung und intensiver Auseinandersetzung zu einem stabilen Team zu vernetzen. Folglich soll eine notwendige Kommunikation mit der übergeordneten Ich-Instanz hergestellt werden. Die hierdurch ermöglichte kooperative Zusammenarbeit der inneren Anteile führt langfristig zu einer erfolgreichen Bewältigung von alltäglichen Situationen.