Anstieg um 600% in den letzten 20 Jahren: Die Diagnose Autismus-Spektrum-Störungen wird zunehmend häufig vergeben, doch was genau versteht man darunter?

Autismus wird oftmals auch als „unsichtbare Behinderung“ bezeichnet. Hiermit werden die zugrundeliegenden Besonderheiten in der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung angesprochen. Diese führen wiederum zu den beobachtbaren Auffälligkeiten in der sozialen Interaktion und Kommunikation. Zu den Stärken autistischer Menschen gehören unter anderem eine hohe Konzentrationsfähigkeit, Wahrheitsliebe, logisches & kreatives Denken sowie eine ausgeprägte Detailgenauigkeit. Zudem können sensorische Besonderheiten vorliegen. So können Betroffene sehr empfindlich für bestimmte Gerüche, Farben, Berührungen oder Geräusche sein. Andererseits zeichnen sich die Autismus-Spektrum-Störungen durch Einschränkungen in der sozialen Interaktion und mangelnden „soft skills“ aus. Hierzu gehören unter anderem Teamfähigkeit, Mobilität, Stressresistenz und Flexibilität.

Mythos Inselbegabungen?
Im Alltag wird Autismus oftmals mit Inselbegabungen assoziiert. Tatsächlich weisen jedoch „nur“ 10% aller Autisten derartig überdurchschnittliche Fähigkeiten auf.

Warum eigentlich Autismus-Spektrum-Störungen und nicht einfach nur Autismus?
In der Praxis & Forschung werden verschiedenen Formen von Autismus unterschieden und dementsprechend klassifiziert. Die Differenzierung erfolgt hierbei am Ausmaß des Hilfebedarfs bzw. Schweregrads. Asperger gehört beispielsweise zu den „leichteren“ Formen. Betroffene beherrschen die gesprochene Sprache und weisen eine durchschnittliche bis überdurchschnittliche Intelligenz auf. Dies trifft auf schwerwiegendere Ausprägungen wie dem Frühkindlichen Autismus nicht zu.