Alexithymie ist der Fachbegriff für Gefühlsblindheit. Gemeint ist damit, dass es Menschen schwer fällt Gefühle bei sich und anderen wahrzunehmen und zu benennen. Häufig spüren die Betroffenen stattdessen diffuse körperliche Anspannungen oder Erregungen wie z.B. Herzrasen. Personen mit Alexithymie sind rational und legen Wert auf Fakten. Weil die emotionalen Bedürfnisse der Mitmenschen nicht entsprechend erkannt und berücksichtigt werden, entstehen Konflikte und Irritationen. Um nicht aufzufallen, haben viele Betroffene gelernt, die Reaktionen ihres Umfeldes zu kopieren.

Von Alexithymie sind ungefähr 10% der Bevölkerung betroffen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass Gefühlsblindheit keine Erkrankung darstellt, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal, das unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Dementsprechend leidet nicht jeder Betroffene unter der Alexithymie. Es kann jedoch die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung steigern. Wenn Betroffene merken, dass sie im Alltag, Beruf oder Beziehungen aufgrund ihrer rationaleren Herangehensweise immer wieder Schwierigkeiten erleben, kann eine Behandlung helfen.

 

Therapiemöglichkeiten:

Bei der Therapie geht es darum, dass der Betroffene sich auf Gefühle einlässt, diese besser wahrnehmen und benennen kann und lernt mit Gefühlen umzugehen. Dafür können körperbezogene Übungen, wie der Body-Scan, Emotionstraining oder kognitive Methoden zum Einsatz kommen.